Der Fuldaer Höhenweg
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August 2010
Heute bewegen wir uns im Gebiet am Ende des Pitztales in einem Höhenzug des Kaunergrates. Mit dem Postbus fahren wir das Pitztal aufwärts bis nach Mandarfen (1675 m). Mit der Riffelsee-Kabinenbahn lassen wir uns bis auf eine Höhe von 2.200 Meter fahren. Wir genießen erst den Blick auf den etwas tiefer liegenden Riffelsee, wenden uns dann nach Süden und laufen auf dem Versorgungsweg direkt zur gemütlichen Riffelsee-Hütte (2.293 m) der DAV-Sektion Frankfurt. Hier machen wir nur eine ganz kurze Rast und wenden uns dann dem Fuldaer Höhenweg zu. Unser Ziel ist das Taschach-Haus am Taschachferner.
Wir gehen einen relativ steilen Pfad hinunter und queren den Auslauf des Riffelsees, wenden uns dann nach links auf den Beginn des Fuldaer Höhenweges. Von nun an haben wir zur linken immer das Tal des Taschachbaches. Auch der Auslauf des Riffelsees ergießt sich in diesen Bach. Von oben herab sehen wir die Windungen des Versorgungsweges zur Riffelsee-Hütte und auch der parallel dazu verlaufende Steig ist gut zu sehen. Parallel zum Taschabach, auf dessen östlichen Seite, verläuft mit nur wenigen Windungen, der Versorgungsweg zum Taschach-Haus.
Der Fuldaer-Höhenweg entpuppt sich als außerordentlich abwechslungsreicher Steig. Er paßt sich vorzüglich an das Gelände an. Zur Rechten erstrecken sich die steilen Hänge des Grubenkars und im späteren Verlauf die des Eiskastens. Wandermäßig gibt es keinerlei Schwierigkeiten. Es ist ein Höhenweg mit immer wiederkehrenden kurzen Steigungen, mal Auf mal Ab, mal recht steinig, dann wieder wie ein normaler Wanderweg. Rückblickend sehen wir die Riffelsee-Hütte, immer kleiner werdend. Vorausschauend kann man Anfangs das Taschach-Haus nur erahnen, es passt sich so in die Landschaft ein, dass es selbst mit einem Fernglas nur schwer auszumachen ist.
Von den Hängen zu unserer Rechten kommen immer wieder Wasserläufe herunter, mal kleiner, mal größer. Die meisten kann man leicht auf Steinen überqueren, aber es gibt auch einige, die man mit Bohlen und kleinen Brücken versehen hat, wir zum Beispiel den Rotschliftbach, den Eiskastenbach und ganz am Ende des Steiges den Sexegertenbach. Je weiter wir voranschreiten, desto deutlicher können wir das Taschach-Haus schon erkennen.
Nach etwa 2 Stunden Wandern sehen wir vor uns eine felsige Wand. Unsere Vermutung, dass wir diese Wand queren müssen bestätigt sich. Es ist ein Ausläufer des Vorderen Köpfle (2.739 m). Ein Hinweisschild in etwa 2.500 Metern Höhe bietet uns die Möglichkeit an, den etwas leichter zu gehenden Panorama-Kettensteig, oder den Wander-Kettensteig zu nutzen. Für diesen ist Trittsicher-heit und absolute Schwindelfreiheit erforderlich. Wir entscheiden uns für den Wandersteig. Saubere und griffige Ketten sind als Sicherheit an den nun folgenden Felsen befestigt. Sie sind auf jeden Fall sehr gut Aufstiegshilfen, auch wenn wir sie nur selten benutzen mussten. Bei nassem Wetter und nassem Fels aber sind sie absolut sichere Helfer. Kinder sollte man hier extra sichern !!! Auf jeden Fall ist der Durchstieg dieser Wand ein Höhepunkt des Fuldaer-Höhenweges.
Das Taschach-Haus liegt nun links seitlich unter uns. Der Weg führt uns jetzt abwärts. Von rechts fließt wild schäumend der hintere Eiskastenbach die Felsen herunter. Ihn queren wir über eine stabile Holzbrücke mit Geländer. Weiter geht es über steiniges Gelände abwärts. In weitem Linksbogen nähern wir uns dem breiten Sexegertenbach. Auf stabiler Brücke gehen wir hinüber. Hier befindet sich auch die Turbine zur Stromerzeugung für die Hütte. Der Weg wendet sich nun wieder nach Norden und nach ca. 150 Metern und 50 Höhenmetern erreichen wir nach 3 Stunden das Taschach-Haus (2.432 m). Dies ist eine DAV-Hütte der Sektion München. Sie ist nach neuestem Stand der Technik erweiter. Ausgerüstet mit 4 Gaststuben, eingerichtet für 160 Schlafgäste in 28 Zimmerlagern und 87 Matratzenlagern mit Etageduschen. Es ist eine Ausbildungshütte des DAV mit 7,5 Meter hoher Kletterwand mit 112 m2 und 16 Kletterrouten vom 4. Bis 7. Schwierigkeitsgrad.
Nach ausgiebiger Pause steigen wir auf einem Pfad hinab bis zur Talstation der Materialseilbahn. Immer wieder erblicken wir weit oben in der Ferne die Riffelsee-Hütte. Wir aber gehen weiter, jetzt nur auf dem Versorgungsweg, vorbei an der Taschach-Alm (1.796 m) bis zu unserem Ausgangspunkt Mandarfen, ca. 2 Stunden.
Johannes Malchàrek


